Über die Anden nach Argentinien, mit Mendoza, Parque El-Leoncito & DK-Love

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Nachdem wir unser kurzzeitiges Zuhause in Tunquen verließen, trieb es uns wieder zurück nach Argentinien – und somit auch zu unserer ersten Andenüberquerung! Höhenpremiere für uns und unseren Bulli. Unsere Reiseziele Rund um die Region Mendoza…

Andenüberquerung – 29 Kurven bis auf 3200 Meter

Wir fuhren also von Tunquen aus an Valparaiso und Vina del Mar vorbei, sprangen noch kurz in einen Outlet-Shop, denn Timo wollte neue Laufschuhe kaufen, durchflogen den Ort Los Andes bis zu unserer Zwischen- und gleichzeitig Übernachtungs-Station an einer Copec-Tanke auf 1900m Höhe…

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…um am Folgetag insgesamt 29 Kurven (jede Einzelne davon haben wir fotografiert, es gibt aber nur zwei Beweisfotos)…

…im Schneckentempo bei 30 km/h und im 2. Gang zu überwinden. Bis wir auf einer Höhe von 3200 Metern waren, um den Tunnel Cristo Redentor zu durchfahren und die chilenisch-argentinische Grenze zu erreichen.

„Null problemo!“ für den Bulli und uns!

Aber erstmal führten uns die ersten Kurven dabei auf eine Höhe von 2500 Metern. Bei 30 km/h hatten wir sogar genug Zeit ein paar Bilder aus dem Auto heraus zu schießen. So sehen 500 Meter Höhenunterschied also auf der Straße aus – von unten:

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und von oben:

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Danach waren wir auf Höhe des ersten Liftes des Skigebietes, und zum Glück lag auch hier kein Schnee:

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Von dort aus ging es ein paar weitere „Stufen“ hinauf, bis letztendlich zum Tunnel auf knapp 3.200 Metern. Dabei ist die Mitte des ca. 3 km langen Tunnels die Grenze:

Aber man hält natürlich nicht bei 1,5 km mitten im Tunnel an um Grenzformalitäten zu erledigen, ginge bei dem schmalen und dunklen Tunnel auch gar nicht. Also fuhren wir 15 Kilometer weiter um hinter dem Tunnel auf argentinischer Seite die bekannte Zollabwicklung durchzuführen. Neu dabei für uns, es war eine Art Drive-in Zoll und wir mussten theoretisch gar nicht aussteigen. Taten wir aber, denn die Beamten waren so freundlich und gut gelaunt, dass wir uns noch etwas in spanisch-englisch unterhielten. Außerdem, und das bemerken wir an den meisten (Polizei-)Beamten schon seit Beginn unserer Reise, waren sie an unserem Bulli interessiert.

Puente del Inca

Der Bulli hat bei der Überquerung des Passes 1A mitgemacht und wir kamen ohne Probleme über die Anden. Unser erster Stopp war auch unmittelbar nach der Zollabwicklung auf 2900 m Höhe – die Puente del Inca.

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Die Puente, zu Deutsch Brücke, ist jedoch nicht wie der Name es vermuten lässt von den Inkas erbaut, sondern ein durch Erosion natürlich gebildeter Felsbogen. An der Puente befindet sich eine schwefelhaltige Quelle, die dem Gestein die unterschiedlichsten Farben verleiht. Früher war dieser Ort ein Thermalbad. Das hätten wir gerne noch von innen besucht, ist aber leider nicht mehr zugänglich.

Von der Puente del Inca aus führte unser Ziel entlang atemberaubender Landschaften weiter Richtung Mendoza.

Mendoza, Maipu und ein Tag „auf“ Internet

Mendoza ist bekannt als eine DER Weinregionen in Argentinien und so wollten wir uns den leckeren Rotwein Malbec nicht entgehen lassen. Mit unter die besten Weingüter sollte es in dem Vorort Maipu geben und so machten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz, da wir am nächsten Tag eine Biketour machen wollten. Unser Plan scheiterte jedoch, denn wir fanden keinen geeigneten Schlafplatz und die Weingüter an denen wir vorbei fuhren überzeugten uns nicht wirklich. Schließlich waren wir schon sehr von der Besichtigung des Weingutes Viu Manent in Chile verwöhnt.

So entschieden wir uns spontan weiter nach Mendoza zum einzig geöffneten Campingplatz mit WiFi zu fahren. Da wir durch unseren „Urlaub“ in Tunquen auf Internetentzug waren, verbrachten wir den kompletten nächsten Tag in der Online Welt und vergaßen dabei sogar die ganzen Mücken um uns herum. Fatal, denn ich wurde von oben bis unten – sogar durch die Hose –  zerstochen! ☹

Auf Grund der Mückenplage entschieden wir uns also Mendoza wieder zu verlassen und zurück in die Natur zu flüchten, was in diesem Falle kein Widerspruch ist ;-). Mendoza an sich hat uns auch nicht wirklich umgehauen, sondern war einfach eine Großstadt ohne viel Flair. Den großen grünen Park mal ausgenommen.

Aber wir fuhren nicht weiter ohne unseren Unterflur-Gastank befüllen zu lassen, was diesmal ein echtes Highlight war! Angekommen in einer Hinterhof Gasklitsche, wurde mit einem selbstgebastelten Schlauch von einer Gasflasche das Gas in unseren Tank befüllt. Als der Gasmensch dann auch noch eine Zigarette in den Mund schob, wurde mir etwas anders…Aber am Ende ist nochmal alles gut gegangen.

Zurück über Uspallata zum Nationalpark El Leoncito

Da die Ruta 40 ab Mendoza nach Norden hin nicht vielversprechend aussah, gings für uns zurück über Uspallata zum Nationalpark El Leoncito. Ein etwas abseitsgelegener und unbekannterer Park und somit nicht von Touris überlaufen. Alleine das überzeugte uns schon. Dann kam noch der kostenlose Campingplatz mit einem neuen Waschhaus und WLAN dazu – BINGO! Der Nationalpark an sich liegt schon etwas höher – auf 2200 Metern. Hier machten wir dann unsere erste Wanderung auf 2.500 m Höhe.

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Es war die erste Wanderung die wir komplett alleine ohne einen einzigen anderen Wanderer weit und breit gemacht haben, mit wunderschönen Aussichten auf die Mondlandschaft und die Andenberge, der Höchste von ihnen, der Cerro Mercedario mit 6770 Metern:

Na simmer denn im Rheinland oder watt?

Am zweiten Tag kam dann ein Wicked Camper um die Ecke gedüst, den wir auch schon in Mendoza auf dem Campingplatz gesehen hatten. Warum auch immer hatten wir mit dem Paar in unserem Alter und deutschsprechend nicht gequatscht.

Jedenfalls wurde dies dann in den nächsten Tagen ausgiebig nachgeholt! René und Julia – aus Düsseldorf – waren seit 2,5 Monaten unterwegs und auf dem Weg nach San Pedro de Atacama (renesimon.net). Bei uns war es auf Anhieb Köln / Düsseldorf – Liebe auf den ersten Blick! Wir verstanden uns so gut, dass wir die nächsten Tage miteinander gereist sind und zusammen die besten Barbecues und Weintastings verbracht haben (dazu bald mehr aus Cafayate).

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Schade das die Beiden „nur“ 3 Monate Reisen geplant hatten…aber der KD T3 Club im Rheinland wird hoffentlich bald durch 2 weitere Mitglieder verstärkt bzw. dann erst gegründet 😉

Auch Anke und Wolfgang (zum Blog) haben wir dort kennengelernt, die uns aufgrund ihrer schon etwas längeren Zeit hier in Südamerika, so einige Tipps geben konnten. Von Wolfgang habe ich auch mein erstes selbst-gebackenes Wallnussroggenbrot MIT Leberwurst bekommen, ein Träumchen nach fast 6 Monaten Abstinenz!

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Heike und Harry Rütering sagt:

    Liebe Sandra, lieber Timo,
    es ist soooooooo schön Euch durch Südamerika zu folgen. Viel Spass, Freude, Eindrücke und nette Menschen weiterhin, das wünschen wir Euch.
    Wie schon in Neuss letztes Jahr erwähnt, seid Ihr herzlich gerne, nachdem ihr euren Bully wieder verschifft habt, bei uns in St. François auf Guadeloupe eingeladen.
    Von franz. Guyana gibt es gute Verbindungen.
    Meldet Euch wenn es soweit ist. Wir freuen uns.
    Gute Reise herzlich Harry und Heike

    1. Sandra sagt:

      Hallo Ihr beiden,
      vielen lieben Dank für Eure Einladung zu Euch nach Hause. Wir kommen sehr gerne darauf zurück!😀 Bis dahin freuen wir uns, dass unsere Berichte so gut ankommen und werden Euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten.
      Liebe Grüße zurück aus Paraguay
      Sandra und Timo

  2. Liebe Sandra, haben wir gerne gemacht!! Soll Dir ja nicht schlecht gehen bei uns! Lg Wolfgang und Anke

  3. Babette sagt:

    Hola ihr beiden,
    Ihr bekommt gleich noch unsere Tipps für Bolivien!
    Wir sind die Strecke Mendoza nach Santiago de Chile am 24.12. 2011 gefahren, das war zum Heiligabend auch ein tolles Erlebnis welches wir nie vergessen werden.
    Habt ihr den Aconcagua von der Straße aus gesehen?
    Ich wünsche euch noch viele wunderbare Eindrücke und eine gute Weiterreise!
    Muchos saludos con Babette

    1. Sandra sagt:

      Hola Babette,
      ja die Anden Pässe sind einfach unglaublich. Den Aconcagua haben wir gesehen!
      Wir freuen uns schon sehr auf eure Bolivien Tipps!
      Saludos de San Pedro de Atacama

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