Torres del Paine mit dem eigenen Camper

TorresdelPaine eckig

Der Nationalpark Torres del Paine…

…mit seinen beeindruckenden Gletschern und Bergen, darunter dem Cerro Torre und dem Cerro Los Cuernos, ist neben dem Los Glaciares (Fitzroy) Nationalpark in Argentinien, derzeit einer der am meisten gehypten Nationalparks in Chile, genauer gesagt in Patagonien.

Dort gibt es die bekannten Wanderungen W-Trail (5 Tage mit dem Zelt/Rucksack) und O-Trail (9 Tage mit dem Zelt/Rucksack). Genau dieser Hype führt leider dazu, dass man diese Wanderungen neuerdings weit im Voraus buchen muss und zudem auch noch sehr teuer geworden sind, was die Campsites und Refugios betrifft. Am Beispiel einer 0,33-Liter-Dose Bier für schlappe 6 Euro, merkt man, dass längst der Kommerz Einzug gehalten hat und jeder mitverdienen möchte!

Was also tun wenn man

  1. nicht bereit ist 1.000 Euro* pro Person zu zahlen oder
  2. kurzfristig mit dem eigenen Camper den Nationalpark besuchen möchte?

Ganz einfach! Mit dem eigenen Auto / Camper / Van hat man einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber den meisten Backpackern…nämlich die eigene Schlafunterkunft! Was die meisten nicht wissen (und wir ehrlich gesagt bis zum Besuch auch nicht wussten) ist, dass man auf allen Parkflächen, die eine öffentliche Toilette besitzen, nächtigen darf. Und das kostenlos und im ganzen Park! Und keine Sorge: das steht sogar auf den am Parkeingang ausgehändigten Übersichtskarten.

Man „muss“ also nicht in die überlaufenen Camps / Refugios am Berg, sondern hat die Möglichkeit diverse Tageswanderungen zu machen. Auch das – Kostenlos!*Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Wanderungen nicht überlaufen sind, weil halt keine Campsites*** für Backpacker in der Nähe sind.

*dies war das Angebot, welches man uns für die Refugios kurzfristig, etwa drei Wochen im Voraus, noch machen konnte
** selbstverständlich nach einmaliger Bezahlung des Parkeintritts von derzeit 21.000 chilenischen Pesos p.P., ca. 30 Euro
***außer bei der Wanderung zum Cerro Torre

Welche Tages-Wanderungen sind also zu empfehlen?

Hinweis: Wir sind von Süden kommend (TP NP Entrance Serrano) in den Nationalpark gefahren, weshalb wir diese Reihenfolge empfehlen. Solltet ihr vom Norden kommen, macht die Wanderungen einfach in umgekehrter Reihenfolge! Und für noch mehr Bilder schaut euch einfach unseren Blogbeitrag über den Torres del Paine Nationalpark an -> zum Blogbeitrag mit Bildern

Inhalt:


Übersichtskarte:

DSC_0064 4.JPG

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Tag 1: Wanderung I – zum Mirador Ferrier

PC310086Kosten für Übernachtung/Wanderung: keine!
Ausgangspunkt: Rangerstation kurz hinter dem Hotel Grey
Gesamtdauer: 4h
Höhenmeter: 800m
Anstrengung: eher hoch und stetig bergauf
Übernachtung: vor Rangerstation mit öffentlicher Toilette, ohne Dusche. Alternativ auf dem Hotel Grey-Parkplatz 200m zuvor
Empfohlene Startzeit: morgens. Je früher desto besser aber spätestens vor 11 Uhr, damit ihr die 2. Wanderung noch anschließen könnt.
Die Wanderung: gehört weder zum W-Trail noch zum O-Trail. Vom obersten Punkt des Miradors hat man eine fantastische Aussicht auf den kompletten Nationalpark. Man sieht den Lago Grey mit seinem Gletscher Grey, sowie die verschiedenfarbigen Lagunen und diverse schneebedeckte Berge. Des Weiteren sieht man aus der Ferne sowohl den linken Teil des W-Trails als auch den mittleren Teil.
Tipp: Wenn ihr zeitig aufgebrochen und entsprechend wieder zurück seid, kann man ohne Weiteres Wanderung II dranhängen.

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Tag 1: Wanderung II  – zum Aussichtspunkt auf den Gletscher Grey

PC310176Kosten für Übernachtung/Wanderung:: keine!
Ausgangspunkt: Rangerstation kurz hinter dem Hotel Grey
Gesamtdauer: 2h
Höhenmeter: 200m (geschätzt), am Ende der Lagune
Anstrengung: leicht und überwiegend flach
Übernachtung: vor Rangerstation mit öffentlicher Toilette, ohne Dusche. Alternativ auf dem Hotel Grey-Parkplatz 200m zuvor
Empfohlene Startzeit: nach Wanderung I zum Mirador Ferrier.
Die Wanderung: führt in der Nähe der Rangerstation entlang des Lago Greys zu einem kleinen Berg der als Aussichtspunkt dient. Man sieht, je nach Wetterlage, Eisbrocken vom Gletscher im Wasser herumschwimmen und kommt nochmal etwas näher an den Gletscher Grey heran.
Tipp für den Abend: Im Hotel gibt es sowohl etwas zu essen als auch zu trinken. Die Preise sind natürlich auch hier etwas gehobener. Ein Bier oder einen leckeren Wein an der mit Sofas und Tischen ausgestatteten Hotelbar sollte man sich aber dennoch nicht entgehen lassen, zumal man einen fantastischen Blick auf den Gletscher und den Lago Grey hat.

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Tag 2: Wanderung III – zum Salto Grande (Wasserfall) und den Los Cuernos mit dem Lago Nordenskjöld

P1010249Kosten für Übernachtung/Wanderung:: keine! (außer man entscheidet sich für den Campingplatz, keine Buchung nötig!)
Ausgangspunkt: Guarderia Pudeto / Parkplatz Nähe des Wasserfalls
Gesamtdauer: 1,5 – 2h
Höhenmeter: nahezu flach
Anstrengung: leicht und überwiegend flach
Übernachtung: diesmal nicht auf dem Parkplatz, sondern am Camping Pehoé (Preis 10.000 Pesos p.P., ca. 13,30 Euro)
Empfohlene Startzeit: jederzeit
Besonderer Hinweis: auf dem Campingplatz gibt es heiße Duschen, Feuerstellen zum Grillen (Fleisch nicht vergessen!) und windgeschützte Sitzgelegenheiten. Außerdem hat man einen tollen Blick vom Ufer auf die Los Cuernos. Wer darauf verzichten möchte, kann auch auf dem Parkplatz nächtigen.
Die Wanderung: selber führt vorbei an einem Wasserfall, verbrannten Bäumen (es gab vor wenigen Jahren einen Brand im NP) und letztendlich zum Lago Nordenskjöld mit den Los Cuernos im Hintergrund.
Alternative: Wenn ihr die Wanderung früh am Tage macht, nicht auf dem Parkplatz am Salto Grande oder dem Camping Pehoé nächtigen möchtet, führt die Straße weiter zum Parkplatz am Refugio Torre. Von dort aus beginnt ihr tagsdrauf die letzte (oder Erste, wenn aus Norden kommend) Wanderung zum Cerro Torre (rechter Teil des W-Trails).

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Tag 3.: Wanderung IV – zum Cerro Torre mit seinen drei Zinnen

P1020321Kosten für Übernachtung/Wanderung: keine
Ausgangspunkt: Parkplatz vor dem Eingangs-/Toilettengebäude, beim Refugio Torre
Gesamtdauer: 8 – 9h
Kilometer: 18 km
Anstrengung: mittel bis eher hoch und überwiegend bergauf
Übernachtung: Parkplatz vor dem Eingangs-/Toilettengebäude, beim Refugio Torre
Empfohlene Startzeit: morgens bis 12 Uhr
Besonderer Hinweis: ganz früh am Morgen brechen i.d.R. die Backpacker auf, weshalb es auf den Wanderwegen noch voller ist als ohnehin schon. Da wir erst um 12 Uhr aufgebrochen sind, hatten wir das „Glück“ das uns die meisten Wanderer kurz vor Erreichen des Gipfels entgegen kamen und es somit weniger voll am Gipfel war.
Die Wanderung: führte u.a. an zwei der ausgebuchten Campsites vorbei…und ja, es war wirklich verdammt voll auf diesem Trail. Auf dem letzten Kilometer und dem finalen Aufstieg zum Berg, kamen uns ganze Busladungen an Menschen entgegen. Man musste teilweise anstehen, um weiter über die Felsen nach oben zu kommen, so überlaufen war es dort. Aber der Anblick auf die s.g. drei Zinnen hat sich letztendlich mehr als gelohnt.

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Fazit: Alles in Allem waren wir froh das W bzw. O nicht gelaufen zu sein, weil wir in den ersten Tagen mehr oder weniger alleine auf den Wanderwegen waren und die grandiosen Aussichten genießen konnten. Natürlich kommt man nicht so nah an die Berge heran wie innerhalb des W-Trails, bezahlt aber auch keine Unsummen an Campsites, Refugios oder Hotels. Um den mittleren Teil des „W´s“ per Tageswanderung zu wandern, muss man zudem mit dem Schiff übersetzten, wodurch nicht unerhebliche Kosten entstehen. Außerdem schafft man dann nicht den kompletten Aufstieg, weil man zeitig das Schiff zurücknehmen muss…Das muss natürlich jeder selber für sich entscheiden, ob es das Wert ist. 


Warst Du bereits im Torres del Paine Nationalpark?
Ich freue mich über weitere Tipps und eure Erfahrungen in den Kommentaren!

 

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