El Salvador

Hand aufs Herz! Was verbindet ihr mit El Salvador?

Wir verbinden mit El Salvador einen breiten Sandstrand (El Cuco) mit Einheimischen, die leckere Pupusas verkaufen; einen der besten Surfspots Zentralamerikas (El Tunco / El Sunzal); einen Vulkan mit schwefelhaltiger Lagune und Blick über den Pazifik, sowie eine entspannte Nacht an den Thermalbädern Aguas Alicante kurz vor der Grenze zu Guatemala.

Honduras mussten wir ja leider auf Grund der zum aktuellen Zeitpunkt stattfindenden Unruhen und Straßenblockaden bezüglich der Präsidentschaftswahlen (wir berichteten euch im letzten -> Blogbeitrag) auslassen.

Aber El Salvador sollte uns positiv überraschen! Kommt mit uns in ein Land, von dem viele denken, dass Banden das Land regieren und man an jeder Ecke erschossen wird…eins vorweg: Ihr würdet das nicht lesen, wenn dem so wäre…

Grenzerfahrung Teil 1 – Zwei Grenzübergänge an einem Tag

Unüblich für uns das wir zwei Grenzen an einem Tag nehmen, aber die Situation in Honduras wollte es leider so. Also nächtigten wir kurz vor Honduras im nicaraguanischem Somotillo. Einem kleinen Grenzort mit vielen freundlichen Menschen, die uns in ihrem Land willkommen heißen wollten. Sie gingen nämlich davon aus, dass wir gerade erst eingereist waren. Nach ein paar High Fives mit den Locals und Aussagen das uns Nicaragua sehr gut gefallen hat, gingen wir zeitig ins Bett und warteten auf den nächsten Morgen. Wir brachen um 7 Uhr auf, denn wir hatten ja einiges vor:

130 km Honduras warteten auf uns und zwei Grenzen sollten überquert werden. Und es war erstaunlicherweise sehr ruhig. Was haben wir uns für Gedanken im Vorfeld gemacht:

  1. Hoffentlich geraten wir nicht in Straßenblockaden!
  2. Was machen wir mit den ganzen Grenzhelfern die einem die Kohle aus der Tasche ziehen wollen?
  3. Müssen wir diesmal die Grenzbeamten bestechen, um zügig über die Grenze zu kommen? (wie uns von einem entgegenkommenden Reisenden mitgeteilt wurde)
  4. Sind die ersten 40 Kilometer der asphaltierten Straße wirklich in einem so erbärmlichen Zustand, dass man sich das Auto kaputtfährt? (wie in iOverlander beschrieben)

Die Antworten lauten: 1.) es gab keine; 2.) es gab welche, aber mit einem freundlichen No, Gracias! ließen sie uns auch in Ruhe; 3.) es gab niemanden zu bestechen; 4.) so schlecht war die Straße jetzt auch wieder nicht – da sind wir andere „Straßen“ gewöhnt!

Nach 6,5 Stunden und zwei Grenzübertritten bei Somotillo (Nicaragua / Honduras) und El Amatillo (Honduras / El Salvador) waren wir also ohne größere Probleme in El Salvador angekommen und auf direktem Weg an den Strand nach El Cuco gefahren.

Grenzerfahrung Teil 2 – auch Beachbreaks können einen durchwühlen

El Cucu – dieser Ort wurde uns von Mary empfohlen, die wir in Nicaragua kennengelernt hatten. In iOverlander fanden wir einen Spot der sich sehr nett anhörte und so fuhren wir zur Rancho Mama Juany. Und siehe da, wir waren nicht die einzigen Overlander, die in diesem kleinen überschaubaren Strandort Halt machten:DSC_0027.JPGSchön für uns, dass alle Reisenden aus dem Norden kamen und wir uns somit über Reiseerfahrungen austauchen konnten.IMG-20171212-WA0000Surfen war ich natürlich auch – wenn auch nur kurz. Das Wasser sah durchgewühlt aus und die Wellen inkonstant, sowie mittelgroß bis größer (die Idylle des oberen Bildes täuscht). Doch es waren ein paar Locals im Wasser und so ließ ich mir nicht zweimal sagen, dass irgendwas surftaugliches für mich dabei sein muss. Ich habe mir mal sagen lassen, dass man in Surfcamps viel Theorie beigebracht bekommt und vor allem wie man Wellen ließt.

Tja, in einem Camp war ich bisher noch nicht, also ist es für mich derzeit ein Glücksspiel, ob eine Welle nach dem Take Off entspannt wird oder mich einfach überrollt (gerade wenn die Wellen so unbeständig reinkommen). Die erste war mehr oder weniger entspannt…nach der Zweiten befand ich mich allerdings wieder vorne am Strand. Denn ich wurde ordentlich durchgespült und an den selbigen geschleudert. Keine schöne Erfahrung…doch damit nicht genug es sollte noch viel dicker kommen…

Grenzerfahrung Teil 3 – Ein Pointbreak ist definitiv ungeeignet für Anfänger – wirklich!

El Sunzal & El TuncoEinfach sah es aus, wie die fortgeschrittenen Surfer sich am Pointbreak in die Wellen stürzten. Doch lasst euch gesagt sein, dieser Pointbreak war im wahrsten Sinne des Wortes (noch?) eine Nummer zu groß für mich! Ich paddelte aber trotzdem hinaus…OLYMPUS DIGITAL CAMERAWährend mich in El Cuco lediglich eine Welle überrollte und kurz unter Wasser hielt, so war es an diesem Break doch ein ganzes Set von Wellen. Wer selber surft der weiß sicherlich was das heißt – denn so ein Set besteht aus 3 -5 Wellen! Da die Wellen größer waren als alles was ich bisher versucht habe, wird auch mehr Weißwasser nach dem brechen einer Welle gebildet. So in etwa wird das sicher ausgesehen haben:OLYMPUS DIGITAL CAMERADreimal hat es mich in Folge für ca. 10-15 Sekunden erwischt und unter Wasser durchgewirbelt…was lernen wir daraus: besser wieder einen Schritt zurück zu machen, auch wenn es noch so einfach aussieht.

Nach dem Waschgang musste ich erstmal wieder klar kommen, habe aber festgestellt, dass das Set auch andere Surfer überrascht hatte. Naja, ich hab mir dann die Guten noch ein wenig aus nächster Nähe angeschaut, ich war ja schließlich einmal da, und bin dann die 20 Minuten zurück ans Ufer gepaddelt. Denn so weit draußen war der Pointbreak in etwa entfernt.

Und so sieht das in Bildern aus, wenn man es denn kann…OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Abend mussten auf den Schock, von dem ich die kommenden beiden Nächte noch geträumt habe, erstmal ein paar Pupusas her! Pupu…what?

Pupusas bestehen aus Maiz- oder Reisteig und werden mit den verschiedensten Füllungen versehen. Es gib sie mit Hähnchen, Fisch, Schrimps, Rind oder einfach nur mit Käse. Der Preis: 3 für 1 Dollar! Salat gibt es meistens auch noch kostenlos dazu…günstiger kannste nicht kochen.

El Sunzal an sich hat nicht viel zu bieten. Hier gibt es lediglich eine kleine Bucht mit Sandstrand (die würden wir zum schwimmen und chillen empfehlen), wohingegen El Tunco etwas „größer“ und touristischer ist. Dort gibt es zahlreiche nette Restaurants und einen weiteren noch krasseren Pointbreak (besser nur aus der Ferne betrachten 😉).OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERADer Strand selbst ist steinig und lädt nicht wirklich zum Schwimmen ein. Die Sonnenuntergänge und Surfer lassen sich aber mit einem kühlen Bier entspannt beobachten.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Grenzerfahrung Teil 4 – Wandern mit der Touripolizei und einer Pumpgun

In einem Reiseblog haben wir gelesen das der Vulkan Santa Ana im Parque Nacional Cerro Verde einen Ausflug Wert sein soll. Also nix wie hin! Wir wussten bereits im Vorfeld das man auf dem Parkplatz wildcampen durfte und so trafen wir auf Barneby samt Familiy im Mercedes Camper. Wir tauschten ein paar Stories aus und bereiteten uns auf den Aufstieg am Folgetag vor. Das heißt wir tranken unser Sundowner Bier auf dem Aussichtspunkt mit Blick über El Salvador und hinüber nach Guatemala.

Der am Vorabend noch sehr leere Schotterparkplatz füllte sich morgens um 9 Uhr relativ zügig mit ankommenden Schulklassen die sich der Reihe nach aufstellten und zu einer der zahlreichen Wanderungen aufbrachen.DSC_0036.JPGDSC_0038.JPGWir allerdings konnten gemütlich bis 11 Uhr frühstücken, denn erst dann konnte man die offizielle Wanderung samt Touristenpolizei und Guide antreten. Zwei Stunden ging es hinauf über Stock, Stein und Lavageröll zur grünen, schwefelhaltigen Lagune samt Blick in den Krater und über den angrenzenden See.

Oben am Kraterrand störte sich niemand daran, dass Sandra eine Banane gegessen hat, während der mit Pumpgun bewaffnete Polizist ein Foto von zwei Touristinnen schoss. Wohl gemerkt, sie saß mittendrin…Wandern halt mal anders! 😉OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Nachmittag nach der Wanderung fuhren wir gleich weiter über die Ruta da las Flores (die weniger spektakulär ist als sie sich anhört) zu den…

Termales de Alicante

Bevor es weiter nach Guatemala geht, lassen wir es uns noch einmal in den heißen Quellen, 20 Kilometer vor der Grenze, gut gehen. Wir nächtigten direkt an den Thermen und sprangen abends noch in das heiße Wasser, um unsere Muskeln von der Wanderung zu entspannen.

Ein gelungener Abschluss in einem Land mit zuvorkommenden freundlichen Menschen, welches wir so nie erwartet hätten.

Es gäbe sicherlich noch viel mehr zu entdecken, doch freuen wir uns auf Guatemala mit deren Maya-Vergangenheit und brodelnden Vulkanen, die wir gemeinsam mit Freunden aus der Heimat erkunden werden…Und ihr werdet sicherlich bald davon erfahren!


Wart ihr auch schon mal in El Salvador und habt ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann teilt es uns gerne in den Kommentaren mit!


Stellplatzempfehlungen für El Salvador (Süd > Nord)

El Cuco -> Rancho Mama Juany

DSC_0027.JPGGPS: 13.17388, -88.10774
Ausstattung: Stellplatz für kleine bis große Camper, Strom, gutes Wifi am Haupthaus, sauberer Pool, Restaurant, Strandzugang, kalte Duschen und saubere Toiletten. Kleiner Ort mit netten Locals, freundliche Besitzer!
Preis: 8 US Dollar pro Nacht und Camper


El Sunzal -> Antonios Surfers Inn

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGPS: 13.49601, 89.39200
Ausstattung: Hostel mit Platz für kleine bis mittelgroße Camper. Sandstrand El Sunzal und Surfspot El Tunco fussläufig erreichbar. Tienda zum Kauf von Wasser/Bier. Gutes Wifi, Strom, kalte Duschen, saubere Toiletten.
Preis: 10 US Dollar pro Nacht


Nationalpark Cerro Verde -> Wild Camping am Vulkan Santa Ana

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGPS: 13.82653, -89.62350
Ausstattung: großer überwachter Schotterparkplatz, ruhig in der Nacht, wird voll über Tag (ab ca. 7.30 Uhr kommen die ersten Mitarbeiter), Toilettengebäude vorhanden. Ausgangspunkt zur Wanderung
Preis: 3 USD/Person+1 USD/Camper


20 km vor Grenze zu Guatemala -> Thermalbäder Aguas de Alicante

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGPS: 13.90388, -89.82227
Ausstattung: Elf Thermalbäder, zugänglich All-Night-long, Wandermöglichkeit vorhanden, Strom auf Nachfrage inklusive, Restaurant, kalte Duschen, Bewachter Stellplatz, kein Wifi
Preis: 20 USD inklusive Zugang zu den Thermalbädern


Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Jürgen Evers sagt:

    Hallo ihr Lieben sehr schön zu lesen mit tollen Fotos und atemberaubenden wellen ich wünsche euch weiterhin viel Spaß..Das Fotobuch ist toll und und euer Beitrag im Buch sowie euer Leitsatz finde Spitze Viele Grüße aus der Heimat.

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