Abenteuerland Peru – alle guten Dinge sind drei – Colca Canyon, Rainbow Mountains und Machu Picchu!

Sechs Uhr morgens, der Wecker klingelt, definitiv nicht meine Zeit, es ist eiskalt im Bulli, aber heute steht ein weiteres Abenteuer auf unserem Programm. Wir wollen vor den ganzen Tourbussen auf der Aussichtsplattform ankommen. Um was zu tun? Genau, um Vögel zu beobachten! Nene keine Panik – wir sind nicht zu Tierforschern mutiert, denn es handelt sich hier nicht um irgendeinen Vogel – heute wollen wir Anden-Kondore fliegen sehen!

Ihr auch? Dann kommt mit uns auf Flugschau…

Colca Canyon oder die Schlucht des Grauens?

Äh ich meinte natürlich die Schlucht des Kondors. Oder doch des Grauens Amrei? 😉 Amrei saß während der Fahrt auf der kurvenreichen Piste gerne innen zum Berg gerichtet. Ein klein wenig Höhenangst bei diesen Ausblicken bleibt aber wirklich auch nicht aus:OLYMPUS DIGITAL CAMERADSC00339Das Colca-Tal ist eine Schlucht ca. 100 km nördlich von Arequipa. Auf dem Weg dorthin brachen wir unseren persönlichen Höhenrekord und überquerten einen Pass von gut 5.000 Höhenmetern.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERADer Bulli hatte ordentlich zu arbeiten und der Rauch hinten raus wurde von Meter zu Meter schwärzer, aber wie immer machte er sehr gut mit und windete sich die asphaltierte Straße langsam mit uns Vieren hinauf. Oben angekommen gab`s dann erstmal eine kleine Verschnaufpause für Bulli und Insassen.OLYMPUS DIGITAL CAMERANach einer eiskalten Nacht in Chivay fuhren wir am nächsten Morgen weiter in den Canyon hinein. Immer wieder mussten wir anhalten, um die atemberaubenden Aussichten zu genießen. Das Hochland zu Beginn der Colca Schlucht besteht aus riesigen angelegten Terrassen, die bereits hunderte von Jahren alt sind. Die Terrassen wurden und werden heute immer noch landwirtschaftlich genutzt um Mais, Kartoffeln, Bohnen, Gemüse und Obst anzubauen.OLYMPUS DIGITAL CAMERADSC00314Tres Amigos am Colca CanyonOLYMPUS DIGITAL CAMERADer Colca Canyon ist zwischen 1.800 und 3.400 Metern tief, also um einiges tiefer als der Grand Canyon in Nordamerika, und zählt daher zu den tiefsten Schluchten der Erde.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Könige der Anden

Zwischen den Orten Cabanaconde und Chivay befindet sich das Kreuz des Kondors (=Cruz del Condor). Im Gegensatz zu mir, sollen die Anden-Kondore wohl anscheinend Frühaufsteher – und am besten zwischen 8 und 10 Uhr morgens zu bewundern sein. Was tut man also nicht alles für eine Flugschau! Also machten wir uns früh morgens auf zum Aussichtspunkt. Doch die frühe Uhrzeit wurde schnell zur Nebensache, als wir die ersten Kondore erblickten:Dos Amigos im Colca CanyonOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERADSC00430Von der Thermik getragen, kreisten die Könige der Anden über die Schlucht und segelten über unsere Köpfe mit ihrer 2–3 Meter Flügelspannweite hinweg. Auch wenn ich nicht zu den größten Vogelfans zähle, diese majestätischen Tiere beeindruckten mich bzw. uns schon sehr.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERADSC00421

Von einem Abenteuer zum Nächsten – auf einer „Death Road“ zu den Rainbow Mountains

Noch von den Kondoren überwältigt, fuhren wir weiter Richtung Cusco. Aber nicht ohne vorher einen Abstecher zu den anscheinend noch eher „unberührten“ Rainbow Mountains (=Montaña de siete Colores) zu machen.20170610_154157Wir versuchten vorab mit iOverlander und MapsMe ein Hotel oder Hostel für Christoph und Amrei zu finden. In iOverlander war komischerweise nichts zu finden, was wirklich sehr untypisch ist, aber bei MapsMe wurden uns drei Lodges angezeigt. Also dachten wir, werden wir dort schon eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Tja Pustekuchen – wir windeten uns immer höher auf einer einspurigen Schotterpiste den Berg hinauf, um dann am Ende feststellen zu müssen, dass es außer vereinzelten Häuschen und Alpakaherden dort oben tatsächlich keine Unterkünfte für Touris gab. Eigentlich komisch, denn mittlerweile kommen täglich so einige Touribusse dort an. Was nicht ist, kann ja noch werden.20170610_14590020170610_145959Auch wenn es keine Unterkunft gab, eine Runde zocken in luftigen Höhen geht immer.20170610_151039Nun ja, was nun? Wieder die Death Road zurück, um eine Tour in Cusco zu buchen? Oder die Mountains skippen? Nööööööö! Wir stellten kurzerhand einen neuen Rekord auf – fuhren zum Ausgangsparkplatz für die Wanderung auf 4.500 Höhenmetern und entschieden uns für eine gemütliche Nacht zu Viert im Bulli. 😊OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Amrei genoss dabei das Bett in unserem Dachzelt, Christoph nahm auf dem umgedrehten Beifahrersitz Platz, und wir schliefen wie immer unten auf 1,20 Meter.

Nach einer kurzen Nacht, schälten wir uns gegen 6 Uhr morgens aus unseren Decken und versuchten uns mit heißem Coca Tee etwas aufzuwärmen. Christoph bekam die Höhe nicht ganz so gut und so machten wir uns leider nur zu Dritt auf den Weg zum Regenbogen.

Wir brachen gegen 8 Uhr auf, etwas zu spät, denn auf einmal kamen scharen von Bussen an. Doch das war noch nicht alles, denn neben den Touris begleiteten uns auch so einige Peruaner, die ihre Pferde mit Touris oben drauf den Berg hochscheuchten. Dabei mussten wir aufpassen nicht von einem Pferd gerammt zu werden. Sobald ein „Permiso!“ von hinten zu hören war, sollte man besser schnell auf die Seite springen.OLYMPUS DIGITAL CAMERAVor uns lagen 500 Höhenmeter, Schritt für Schritt ging es voran.OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir gönnten uns viele kleine Pausen und schafften es am Ende mega stolz nach oben!OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Gipfel angekommen genossen wir für 5 Minuten die Aussicht, bevor es uns zwischen den ganzen Menschen einfach zu eng wurde. Die gemütliche Brotzeit am Gipfel wurde somit etwas verschoben und wir machten uns auf den Rückweg, wobei wir die Aussicht nun so richtig genießen konnten.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAFazit/Tipp: Wer geglaubt hat, dass die Rainbow Mountains noch unbekannt und unberührt sind, den müssen wir leider enttäuschen. Nichtsdestotrotz hat sich die Wanderung für den bunten Ausblick gelohnt. Wenn ihr vorhabt die Mountains zu bewundern und ein eigenes Auto/Zelt besitzt, dann können wir euch nur raten, die Wanderung zwischen 6 und 7 Uhr morgens zu unternehmen, um vor den ganzen Tourbussen oben anzukommen. Aber Achtung, nachts wird es saukalt dort oben. Nehmt also dicke Schlafsäcke mit!

Cusco – Inka-Hauptstadt und ein klein bisschen Luxus

Nach mehreren eiskalten Nächten im Colca Canyon und bei den Rainbow Mountains sehnten sich unsere Körper nach einer langen heißen Dusche und einem kuscheligen warmen Bettchen. Alle Overlander jetzt bitte beim übernächsten Absatz weiterlesen!

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Denn wir machten das für uns völligst untypischste und tauschten unseren geliebten Bulli für eine Nacht gegen ein klein bisschen Luxus ein – wir gönnten uns eine Nacht im Hilton Garden Inn in Cusco!

Nach einer gemütlichen Nacht im 1,40m großen Bett, dass ich ganz für mich alleine hatte, denn wir hatten zwei davon, einer heißen Dusche und einem leckeren Frühstück später; hieß es wieder ab auf den Campingplatz. Wir machten es uns auf dem Camping Quinta Lala gemütlich und Amrei und Christoph im Hotel nebenan. Unsere Unterkünfte lagen oberhalb von Cusco und so hatten wir eine fantastische Aussicht über die Stadt.DSC03418DSC03420Bei unserer Besichtigungstour durch Cusco streiften wir durch die schmalen Gassen, staunten hier und dort über die noch vorhandenen Spuren bzw. Steine der Inkas und schauten am Plaza de Armas vorbei, wo gerade ein zweiwöchiges Festival auf seinem Höhenpunkt war.DSC03435DSC03437DSC03463DSC03425Cusco wurde bereits von den Inkas gegründet und diente als Hauptstadt des riesigen Reiches. Nach der Eroberung durch die Spanier wurde sie in eine typische Kolonialstadt umgewandelt. Ihren Charme hat sie jedoch beibehalten!

Abenteuer Nummer Drei – Machu Picchu!

Cusco ist Ausgangspunkt für den Besuch von Machu Picchu – dem Highlight bei jeder Peru Reise, so schreiben es zumindest die meisten Reiseführer und Touranbieter. „Machu Picchu ist eine gut erhaltene Ruinenstadt. Die Inkas erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert in 2.430 Metern Höhe auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des Huayna Picchu und des Berges gleichen Namens (Machu Picchu) in den Anden über dem Urubambatal der Region Cusco, 75 Kilometer nordwestlich der Stadt Cusco. Die terrassenförmige Stadt war und ist sowohl über einen schmalen Bergpfad mit einer kleinen Anlage im Gipfelbereich des Huayna Picchu wie auch über vergleichsweise größere Inka-Pfade mit der einstigen Hauptstadt des Inkareiches Cusco und den Ruinen von Llactapata verbunden.“ (Danke Wikipedia)

Ist es denn nun wirklich DAS Highlight?

Zunächst hieß es für uns zu klären wie wir dort überhaupt hinkommen möchten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  1. Günstig, wenn man ein eigenes Auto hat: Mit dem Auto fährt man Richtung Ollantaytambo, von dort weiter nach Santa Maria und das letzte Stück bis Santa Teresa auf einer schmalen Schotterpiste. Dann wandert man noch 12 km an den Gleisen entlang bis Aguas Calientes – Ausgangsort für Machu Picchu
  2. Wandern, über den Inka-Trail, der wohl 6 Monate im Voraus reserviert werden muss oder über einen der anderen Trails
  3. Mit einem Touranbieter und somit einem Tourbus
  4. Mit der wahrscheinlich teuersten aber auch schnellsten Variante – dem Zug

Wir entschieden uns für die Zug-Variante, da wir erstmal genug von Dirt Road hatten und wir uns vor allem die Übernachtungen sparen wollten, da wir mit Christoph und Amrei unbedingt noch an die Küste wollten. Nun gut; auf in die Stadt, um Zugticket und Eintrittskarte zu kaufen. Es gibt zwei Zuggesellschaften: InkaRail und PeruRail. Wir entschieden uns für PeruRail, einfach weil sie die beste Verbindung für den nächsten Tag für uns hatten. Dann noch schnell ins nächste Büro, um die Tickets für Macchu Picchu zu kaufen. Ganz so schnell waren wir jedoch nicht, insgesamt waren wir schon an zwei Tagen unterwegs, um die beste Verbindung und die Preise zu vergleichen. Wer von Euch über die Zugvariante nachdenkt, hier einmal die Preise Stand Juni 2017* und pro Person:

  • Zugticket: 145 Euro
  • Eintrittskarte: 42 Euro
  • Taxi zum Bahnhof: 16 Euro (vier Personen)
  • Busticket : 11 Euro (zurück sind wir die ca. 2.000 Treppen runter gelaufen)

Insgesamt kostete uns der Ausflug somit ca. 200 Euro pro Person. Yep, ein Haufen Geld für ein paar Steine, das dachte ich Sparfuchs mir auch. 😉

*seit Juli 2017 gibt es anscheinend nur noch Halbtagestickets und man darf die Anlage auch nur noch mit Guide erkunden (lassen). Gut das wir das noch vorher machen durften!

Unser Abenteuer Machu Picchu startete sehr früh morgens…

…aber das bin ich mittlerweile ja schon gewöhnt. Um 5 Uhr kam unser Taxi, dass uns zum 30-Minuten entfernten Bahnhof in Poroy bringen sollte. Der Zug fuhr pünktlich um 6:15 Uhr ab.DSC00859Drei Stunden später kamen wir entspannt in Aguas Calientes an. Dort spurteten wir zum Bus und fuhren nochmals ca. 20 Minuten bis zum Eingang von Machu Picchu. Wir reiten uns in die Schlange und nach weiteren 10 Minuten waren wir an unserem Ziel angekommen:Mathu PicchuRuinenstadt Machu PicchuEin Lama in Machu PicchuGegen den Strom schlenderten wir erst einmal nach unten und erkundeten dort die Ruinen. Mathu PicchuSteinbruch von Machu PicchuStein auf SteinIm Innenhof von Machu PicchuTerassen von Machu PicchuErst danach liefen wir nach oben, zum Aussichtspunkt von dem DAS typische Machu Picchu Postkarten-Bild geschossen wird:Ruinenstadt Machu PicchuLuftiges Machu Picchu

Fazit/Tipp:

Wurden wir von Touris in der Anlage überrannt? Die Antwort ist Nein. Klar waren viele Menschen dort, aber erstaunlicherweise verlief es sich doch recht gut. Wir können euch nur den Tipp geben, erst nach unten zu Laufen, denn die Busladungen an Menschen wandern alle zuerst hoch zum Aussichtspunkt über die verlassene Stadt.

Welches ist nun die beste Möglichkeit dort hinzu gelangen? Diese Frage muss jeder individuell für sich beantworten. Die Fahrt mit dem Zug war für uns sehr entspannt, wir konnten quatschen und gemütlich die tolle Landschaft an uns vorbeiziehen sehen. Außerdem sind wir morgens hin und abends wieder zurück und haben dadurch mindestens 1 bis 3 Übernachtungen gespart.

Steht der Preis im Verhältnis zum Besuch der Ruinenstadt? Auch dies würde wahrscheinlich jeder von uns Vieren anders beantworten. Es war ein magischer Ausflug und wenn man in Peru ist, dann sollte ein Besuch von Machu Picchu sicherlich nicht auf der Liste fehlen, egal ob mit Zug, Auto oder zu Fuß.

Cuatro Amigos

Unsere Abenteuer zu Viert gehen weiter! Wo und wie erfahrt im nächsten Beitrag!

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