Wohoo! USA. USA. USA. – oder noch treffender: „California here we come!“

Gut das ein gewisser Herr Dumb (oder wie hieß der noch?) noch keine Mauer zum „ach so bösen“ Mexiko errichten ließ, denn wir wollten auf unserem Roadtrip durch die Amerikas selbstverständlich noch die Vereinigten Staaten bereisen.

Und wisst ihr wie der Grenzübergang von statten ging?

Grenzübertritt Mexiko / USA

20180410_125732Es war der bisher einfachste und schnellste in den vergangenen 18 Monaten. Es handelte sich quasi um eine Art „Drive-Thru Boarder“, wo wir kurz anhalten mussten, um einen Stempel in den Pass zu bekommen – auf Nachfrage, denn im Prinzip gab es nur eine grüne Karte. Wir sahen weder Militär, das stand lediglich in Form von zwei Beamten auf der mexikanischen Seite, noch eine Mauer, noch Polizei. Am Parkplatz auf US-amerikanischer Seite angekommen, stellten wir also wie gewohnt unseren Bulli ab und verschließen die Tür. Doch halt!

Wollt ihr wissen was der anwesende Grenzbeamte zu uns gesagt hat? Dann solltet ihr auf jeden Fall weiter lesen, denn dies war an Überheblichkeit nicht mehr zu toppen!

„Ihr braucht das Auto hier nicht abschließen, ihr seid ja schließlich nicht mehr im „gefährlichen“ Mexiko sondern in der sicheren USA“, waren die Worte des Grenzbeamten. Wir schauten uns gegenseitig an, schüttelten mit dem Kopf und beharrten darauf, dass unser rollendes Zuhause verschlossen bleibt. Pustekuchen! Wir mussten den Bulli wieder aufschließen, denn habt ihr Bock auf eine Diskussion mit einem mürrischem, von sich selbst überzeugtem Grenzbeamten? Eben, wir auch nicht! Und schließlich wollten wir ja noch einreisen und ein 3-Monatsvisum bekommen.

Im Gebäude herrschte zum Glück eine freundlichere Stimmung und wir unterhielten uns mit der netten Beamtin ein wenig über unsere Reise und das was wir in den USA so machen möchten. Also, es geht doch auch anders. Das verwirrende daran war lediglich, dass wir uns wieder mit den Leuten unterhalten können, da wir der englischen Sprache mächtig sind. Anders zu den bisherigen Grenzen ist auch, dass wir kein Temporary Import Paper (kurz TIP = Zolldokument) für den Bulli bekommen. Der Bulli wird also bei der Einreise in die USA nicht registriert, was uns später noch zu Gute kommen wird. (Achtung, hier kommt ein Emoij – ist das jetzt noch Datenschutzkonform?!?) -> 😉

San Diego

Nach diesem entspannten Grenzübertritt geht es schnell in die erste größere Stadt San Diego. Auf Empfehlung von Patrick und Nadine (-> hier geht´s zu ihrem Blog) steuern wir direkt die

USS Midway

an, ein ausrangierter Flugzeugträger, der 1991 im Irak-Einsatz war.OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir parken den Bulli auf einem bewachten Parkplatz, der uns satte 10 US Dollar kostet – Welcome to the USA – und erkunden den riesigen Flugzeugträger. Das Schiff befindet sich im „Original“ Zustand und ist wie ein Museum aufgebaut. Am Eingang schnappen wir uns den Audioguide auf deutsch und erkunden zunächst den Rumpf des Schiffes.OLYMPUS DIGITAL CAMERAHier findet man Kajüten, mehrere Küchen, Aufenthaltsräume, eine Wäscherei, eine Krankenstation und was man alles zum Leben auf einem Schiff benötigt.

Selbst der Kapitän war noch anwesend und wirkte etwas versteinert als wir uns kurz zu ihm setzten und beim Kaffee trinken störten:OLYMPUS DIGITAL CAMERAOben auf dem Flugzeugträger sind alte Kampfjets ausgestellt und man bekommt einen Eindruck von der Größe des Schiffes. Es ist einfach gigantisch, wenn man sich bewusst macht, dass hier Flugzeuge auf einem Schiff starten und landen können.

Die Kampfjetpiloten haben oberhalb des Schiffes ihre Besprechungsräume und wer den Film „Top Gun“ gesehen hat, kann sich sicherlich vorstellen wie es dort zu Gange geht.

Spontan nehmen wir noch an einer geführten Tour teil und dürfen einen Blick in die Kommandozentrale des Flugzeugträgers werfen. Ich hoffe der Kapitän behält bei so vielen Hebeln und Knöpfen den Überblick.OLYMPUS DIGITAL CAMERAZurück auf dem Parkplatz gab es dann die erste Überraschung. Wir sind noch keinen halben Tag in den USA und haben schon unser erstes (die Betonung liegt auf erstes, denn es folgen noch weitere) Knöllchen an der Windschutzscheibe hängen. Wir haben unsere Verdunklungsmatten reingelegt, damit es nicht zu heiß im Auto wird. Diese haben dann das Ticket in der Scheibe verdeckt. Leider war der Parkplatz mittlerweile nicht mehr bewacht, so dass wir für die Zukunft wohl nicht mehr bei dieser Parkplatzgesellschaft parken können, denn bezahlen werden wir das Ticket bestimmt nicht.

Campen in Kalifornien

Wir waren bereits vorbereitet und wussten, dass Campingplätze in Kalifornien gerne bis zu 90 US Dollar pro Nacht kosten und auch, dass das Nächtigen auf den meisten öffentlichen wie auch privaten Parkplätzen strikt verboten ist. Diese Problematik wird uns noch an der kompletten Westküste der USA begleiten. Zum Glück fanden wir aber für San Diego einen vermeintlich erlaubten Platz, direkt am Wasser und mitten in der Stadt mit öffentlichen Toiletten und einer kalten Dusche.20180414_101246OLYMPUS DIGITAL CAMERAHier verbrachten wir vier Nächte, um die Stadt zu erkunden. Doch was klebt da am morgen der vierten Nacht unter unserer Windschutzscheibe? Richtig, unser zweites Knöllchen! Wir waren nicht die Einzigen mit einem Ticket, denn der Platz war sehr beliebt unter Reisenden und auch unter einigen Einheimischen, die hier in ihren Autos leben. Für uns ist dieses Knöllchen weniger problematisch.

Da unser Auto ja nicht an der Grenze registriert wurde, kann keine Verbindung zum Halter hergestellt werden – glauben wir zumindest – und sind jetzt schon auf die Ausreise gespannt! 😉

Rheinländer finden sich überall

Auf dem Weg zum Ocean Beach verfolgt uns ein Auto und hält neben uns auf dem Parkplatz an. „Habt ihr das Auto wirklich nach hier verschifft?“ ist die erste Frage, die Tom und Isi aus Bonn uns stellen. Schnell kommen wir ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass die beiden seit bereits 3 Jahren in San Diego leben und zuhause in Bonn auch noch einen Bulli haben, den sie gerne rüber bringen würden.

Schnell sind wir auf einer Wellenlänge. Die beiden geben uns Tipps für San Diego und nehmen uns abends mit zum wöchentlichen Farmer´s Market. Ocean Beach ist bekannt für seine Hippie Atmosphäre, die wir hier hautnah miterleben. Am Strand wird jongliert, mit dem Hulahoop getanzt oder einfach nur unter einer nach Gras riechenden Rauchwolke philosophiert. Marihuana ist in diesem US Bundesstaat nämlich mittlerweile (für medizinische Zwecke?!) legalisiert! Ob das wirklich so gut ist?20180411_182529

Amerikanische Köstlichkeiten…

…stehen in den ersten Tagen ganz oben auf unserer Liste, denn wir haben so einiges an Fast Food Leckereien nachzuholen. Dabei darf natürlich ein klassisches amerikanisches Frühstück mit Rührei, Bacon, Bratkartoffeln und Pancakes nicht fehlen. Wer in der Nähe vom Crystal Pier ist, sollte definitiv das Kono`s Café auschecken, auch wenn man sich erst mal an eine lange Schlange anstellen muss. Es lohnt sich!OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Danach kann man dann einen Verdauungsspaziergang an der Strandpromenade entlang und zum Pier machen, um die unzähligen Surfer im Wasser zu beobachten. Denn selber würde man es nach diesen riesen Portionen sicherlich nicht mehr aufs Brett schaffen, da stimmt auch der Spruch „Fett schwimmt oben“ nicht mehr…

Apropos Fett: Wenn die Amis eins können, dann Burger! Klar das wir uns davon erstmal selbst überzeugen müssen. Also ab zu DER Fast Food Kette für gute Burger, ja genau, zu In-N-Out Burger. Definitiv bessere Qualität als Mc Donalds und Co, aber nichts im Vergleich zu dem Burger bei Hodads beim Ocean Beach, der zu groß für´s Foto war 😉OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Beachlife in San Diego

Eigentlich wollten wir San Diego links liegen lassen und so schnell wie möglich Richtung Los Angeles düsen. Gut das wir das nicht gemacht haben, denn sonst hätten wir die schönen Strände und das entspannte Beachlife wohl verpasst.

Im Stadtteil La Jolla unternahmen wir einen langen Strandspaziergang und gönnten uns danach im Panniken einen leckeren Café mit einem Stück Kuchen.

Ein Abstecher entlang der Schickimicki Straße und an Luxus Boutiquen vorbei, bescherte uns dann noch diesen, für Timo sehr erfreulichen, Anblick:
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Da ist ein Fan wohl weit gereist! 🙂

Unser erster Eindruck von den USA

Nach dem Grenzübertritt präsentierte sich relativ schnell ein, nennen wir es mal durchorganisiertes Land vor uns. Alles war irgendwie überdimensional – vier- bis sechsspurige Straßen, riesige Shoppingmalls, jegliche Arten von Fast Food Ketten, ein übergroßes Angebot an Lebensmitteln, tausende von Verbotsschildern am Straßenrand – Willkommen in der Welt des Überflusses!

Uns war bereits bewusst, dass wir nach 1,5 Jahren Süd- und Mittelamerika erst mal mit einer Reizüberflutung zu kämpfen haben werden und uns wieder an diese Art von Konsum gewöhnen müssen. Generell ist in den USA alles viel teurer als in den Ländern, die wir bisher bereist sind und somit ist auch das Preisniveau erstmal sehr gewöhnungsbedürftig. Auch sprechen plötzlich alle Englisch und wir fallen in der breiten Masse nicht mehr auf, denn blonde Frauen gibt es hier auf einmal wie Sand am Meer.

Natürlich profitieren wir auch von diesem ganzen Konsum. In den Supermärkten kann man plötzlich wieder alles kaufen (wenn man es denn möchte) und auf Grund der nicht mehr vorhandenen Sprachbarriere kommen wir schneller mit Menschen ins Gespräch bzw. können uns ausführlicher unterhalten. Der Bulli ist dabei meistens das Thema, da gerade in Kalifornien, der hier als Vanagon bezeichnete T3, ein äußerst beliebtes Reisemobil ist.

Im nächsten Blogbeitrag berichten wir euch dann vom Pacific Coast Highway, der uns von Los Angeles über Big Sur und Santa Cruz nach San Francisco führt. 

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