Surfen ist scheiße…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA…schwer und end-geil, denke ich, wenn man es endlich mal auf das Brett schafft!

Nein, ich schreibe jetzt keinen Surfguide für Anfänger und mit Sicherheit sinniere ich auch nicht über Wellen und die perfekte Swell-Vorhersage. Denn: davon habe ich noch absolut keinen Plan…auch nach mittlerweile „sage und schreibe“ sechs Surftagen an der ecuadorianischen Küste.

Aber so viel kann ich schon mal sagen, mein Ehrgeiz endlich auf diesem Brett zu stehen (und stehen zu bleiben!) ist so groß wie lange nicht mehr. Nach gut 12 Jahren auf dem Skateboard und ebenso vielen auf dem Snowboard, kann es doch verdammt nochmal nicht so schwer sein mit einem viel größeren Board als die beiden Besagten auf so einer „kleinen“ Welle stehen zu bleiben und ein wenig übers Meer zu cruisen.

Doch! Ist es aber…

Surf-Tag 1: Sandra, Sebastian und ich nehmen erstmal eine Surfstunde

IMG_3140Drei Longboards, drei „Surfer“ und zwei Surflehrer stehen bzw. liegen in Olón, das liegt drei Kilometer von DEM Surfort Ecuadors Montañita entfernt, im Wasser und warten darauf angeschubst zu werden.

Ja genau, angeschubst! Denn ans paddeln ist noch lange nicht zu denken. Erstmal wird versucht im Weißwasser das am Strand gelernte Aufstehen umzusetzen, den so genannten Take off. Und zum Erstaunen aller Protagonisten, klappt das sowohl bei Sandra, Sebastian und auch mir relativ gut und schnell. Gefühlt beim sechsten Versuch stehen alle mehr oder weniger sicher auf dem Brett…“was ein geiles Gefühl“, denke ich mir, „jetzt kann auch schon mal eine größere Welle her“. Die nehmen wir an dem Tag aber noch nicht, denn das gute Gefühl auf dem Brett zu stehen soll noch eine Weile anhalten.

Sandra mit Szenenapplaus vom Surflehrer (siehe rechts im oberen Bild), machte definitiv die beste Figur von uns Dreien:IMG_3182IMG_3209IMG_3188

Sebastian:IMG_3170

Und meine Wenigkeit:IMG_3175IMG_3179

Bis zum nächsten Tag…

Surf-Tag 2: Alles schmerzt und jeder hat irgendwo blaue Flecken

Session 1 – Doch das gute Gefühl vom Vortag auf dem Brett gestanden zu haben, verleitet mich und Sebastian dazu es heute ohne Surflehrer zu probieren. Warum auch nicht, denn Patrick, so hieß unser Lehrer, meinte das wir ohnehin jetzt erstmal versuchen sollten im Weißwasser aus eigner Kraft zu paddeln und dann aufs Brett zu gelangen. Arschlecken! Klappte in der ersten Session mal so überhaupt nicht!

Sandra fiel auf Grund ihrer blauen Knie ohnehin schon aus, und so versuchen Sebastian und ich unser Glück in den Wellen bzw. liegend auf dem Surfboard.

Und so sah es mehr oder weniger in den Morgenstunden aus, das Board wurde über die Wellen getragen:OLYMPUS DIGITAL CAMERAum dann ein wenig darin zu paddeln:OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

um letztendlich einen Abflug zu machen: OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Session 2 – musste also her, denn das ich in einer Stunde nicht einmal auf dem Brett gestanden habe, lasse ich mir nicht gefallen. Also diesmal ein etwas anderes Board ausgeliehen (kein Longboard, dafür einen Ticken länger und breiter als das aus der Morgensession) und wieder 1,5 Stunden ins Wasser.

Und siehe da, klappte schon deutlich besser bei uns beiden. Ja, auch Sebastian wollte wieder das Gefühl vom Vortag haben, mehr auf dem Surfboard gestanden als gelegen zu haben. Das Beste daran, wir haben es sogar geschafft gleichzeitig aus dem Paddeln aufs Board zu kommen, stehen zu bleiben und bis zum Strand zu cruisen – auf EINER Welle. Natürlich hatte bei der für uns perfekten Welle niemand eine Kamera am Start…Egal, darauf ließ sich aufbauen!OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Surf-Tag 3: Aufgebaut haben sich leidglich die Wellen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA…um uns unter sich zu begraben bzw. durchzuwühlen – das nennt man dann Waschgang! Ich befand mich mal wieder 1,5 Stunden in der Trommel und kam so gar nicht mit dem Wellengang klar. Selbst das Weißwasser knallte heute nur so auf den Strand und mich inklusive. Nennt man das also Beachbreak? Ich glaube kaum! Gefühlt wieder ganz am Anfang des Surfens, stand ich an diesem Tag nicht einmal auf dem Board. „Scheiß Sport“, dachte ich mir nur, doch es ließ mir keine Ruhe.

Im Internetcafe um die Ecke habe ich mir dann erstmal den Anfängerguide für Surfer runtergeladen und vorm Schlafen gehen durchgelesen. Ok, wie man ein Surfbrett (so nennt es jedenfalls der Hennes – hier ist mal wieder euer Filmwissen gefragt!) jetzt richtig am Strand spazieren trägt habe ich richtig angewandt. Immer mit der Finne nach Innen, damit man niemanden, außer sich selbst vielleicht, verletzt. Auch immer die Leash tragen, und zwar nicht um den Fuß, sondern am besten ums Board gewickelt, sonst kann man schon mal darüber stolpern. Check! Gehen wie ein echter Surfer klappt bereits ganz gut.

Surf-Tag 4: musste also her!

Ich nehme es vorweg: absolute Vollkatastrophe. Also für mich. Torsten, der mittlerweile auch mit Christina angekommen war, sah das allerdings anders. Er stand überwiegend auf dem Board, während ich darauf oder darunter lag. Man muss dazu sagen, er surft auch schon etwas länger:OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA„Es muss das Material sein! Oder die Wellen sind scheiße!“, meinte ich zu mir selber, war aber der Einzige mit dieser Meinung. Also las ich mir den Artikel „Richtiges Hinfallen“ und „Tauchtechniken“ bei surfen-lernen.com durch. Wenn´s auf dem Board schon nicht funktioniert ein Surfer zu werden, dann vielleicht erstmal Unterwasser.

Surf-Tag 5: Tauchtechniken üben

Mittlerweile in Puerto Cayo angekommen, lieh ich mir Brett Nummero vier aus und versuchte mein Glück erneut. Torsten meinte die Wellen seien surfbar, mein Talent sagte allerding unsurfbar. Scheiß Gefühl wieder nur in der Waschmaschine verbracht zu haben. Fotos gibt es davon zu meinem Glück keine, denn a) hätte man mich vom Strand aus hinter den Wellen eh nicht gesehen und b) haben wir keine Unterwasser-Kamera!

Surf-Tag 6: da geht was, der Beginner kommt und er kommt krass

(diesmal ist euer Musikwissen gefragt)

Session 1 , Canoa – Kiki vom Surfboardverleih meinte es wären optimale Bedingungen heute. Nie waren die Wellen besser zum Surfen. So oder so ähnlich kam das jedenfalls bei mir an. Also nichts wie rein ins Wasser und siehe da: Unterwassersurfer Timo war wieder da! Es klappte erneute nix bei mir. Bei Torsten sah das schon eleganter aus aber ich ließ mich wieder und wieder von den Wellen die Kreuz und Quer auf den Strand knallten unter Wasser drücken. Selbst das Weißwasser war so „nett“ zu mir, dass es sich nach dem ersten Brechen erneut zu einer Welle aufbaute und mich an den Strand spülte. ABER:

Dann kam Session 2 – Torsten lieh mir sein Brett, da er selber nicht mit ins Wasser wollte, und ich ging allein zum Strand. Natürlich voll cool mit Finne nach Innen und Leash ums Board gewickelt. Wie Surfer das nunmal so machen. Zu meinem Glück war das Wasser etwas zurückgegangen, sodass das Weißwasser sich nicht erneut zu einer Welle aufbaute und lediglich eine mehr oder weniger gleichbleibene Welle auf mich zu rollte.

Und das war genau mein Ding! Endlich wieder auf dem Brett stehen…mehrfach konnte ich es kaum fassen, ich bekam einige gute Wellen und schaffte es auf das Surfboard – stehend! Da war es wieder, das gute Gefühl welches mich täglich dazu bringen sollte (und in Zukunft wird) ins Wasser zu gehen. Einfach nur geil!

„Leider“ ist unser Surfabenteuer zunächst beendet, da wir die kommenden Wochen überwiegend durchs Landesinnere von Ecuador und Kolumbien fahren werden.

Aber seid euch sicher, wir werden es wieder tun! Dann ist auch Sandra wieder mit von der Partie, denn ihre blauen Knie sind bereits verheilt (vielleicht gibt’s das nächste Mal einfach ein paar Knieschoner 😉)

Und vielleicht wird aus uns irgendwann ja mal sowas wie ein richtiger Surfer!

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4 Gedanken zu “Surfen ist scheiße…

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