Three is a magic number – Zu Dritt in drei Städten (Pulacayo, Potosí und Sucre)

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Nach zwei Nächten in Uyuni brachen wir auf Richtung Potosí, einer der höchstgelegensten Großstädte der Welt – zwischen 3.900 und 4.100 Höhenmeter, um mal unser Wikipedia-Wissen anzuwenden. Doch bevor wir die Eine Minenstadt erkunden, entdeckten wir per Zufall eine Andere, eine Verlassene, gut 20 km hinter Uyuni…

Pulacayo – gegründet am 16.Dezember 1833…

…und Männer-Spielplatz seit verlassen der Minenarbeiter! Hier standen ein paar alte Züge herum, die zum Abtransport des Silbers, welches im 19. Jahrhundert (in dieser Zeit war die „Pulacayo Mine“ übrigens die zweitgrößte Silbermine Boliviens) gefördert wurde, dienten.

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Im Gegensatz zum Eisenbahnfriedhof in Uyuni, waren wir hier völlig alleine! Na ok fast, ein paar wenige Bewohner sind doch tatsächlich noch in dem Ort geblieben. Sie störten sich aber keineswegs daran, dass wir weitere Fotos machten:

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Am Eingang der Mine, welcher zu meinem Pech leider verschlossen war, standen ein paar alte Förderwagons herum und man konnte sich sehr gut vorstellen, wie damals das Erz aus der Mine gefördert wurde und etliche Arbeiter hier gelebt haben.

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Und auch gestorben sind…der alte Friedhof liegt oberhalb der Stadt von wo aus man den einst ertragreichen Berg und Mittelpunkt der Stadt am Besten sieht:

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Auch die alten Bahngleise lagen noch da wie vor 100 Jahren. Der Ort sah ohnehin so aus, als hätte man von heute auf morgen kein Silber mehr gefunden, die Arbeit eingestellt, alles stehen und liegen gelassen und Reißaus genommen.

Pulacayo mit Weitsicht

Pulacayo von oben

are you ready to fly?
Are you ready to fly?

Ich hätte noch den ganzen Tag an dem Ort verweilen und hunderte Fotos schießen können, doch meine beiden Begleiterinnen und die 180 vor uns liegenden Kilometer wollten das wir weiterfahren. Denn schließlich wollten wir unser nächstes Ziel im Hellen erreichen.

Und so fahren wir vom verlassenen Minenort zum wahrscheinlich größten und höchstgelegensten Minenort Südamerikas (der Welt?!), nach

Potosí – gelegen auf knapp 4.100 Höhenmetern

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Die durch Silberreichtum groß gewordenen Stadt, hier wurde schon zu Inka-Zeiten Silber am Cerro Rico (= reicher Berg) abgebaut, erreichten wir nach gut 2,5-stündiger Fahrt durch das bolivianische Hochland (Altiplano, siehe Titelbild).

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180 km ging es irgendwo zwischen 3.200 und 4.500 Metern ständig bergauf und bergab. Und so auch innerhalb der Stadt. Es gibt keinen Weg um Potosí herum. Man muss mitten durch das Verkehrschaos, um von Uyuni nach Sucre zu kommen.

Deshalb ist die Stadt auch ein Hauptverkehrsknotenpunkt, der Lärm und Smog teilweise unerträglich – denn Katalysatoren und Umweltzonen kennt hier niemand! Hinzu kommt, dass der Auspuff eines V8-Diesel-Motor-Collectivos, das sind die Busse mit denen die Einheimischen und mittlerweile auch wir, sehr gerne von A nach B fahren, in der Regel auf Kopfhöhe ist…Sagt nochmal einer WIR hätten ein Problem mit Dieselfahrzeugen in Großstädten. Lächerlich! Aber ein anderes Thema…

Unter anderem aus diesem Grund war Potosí für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Sucre. Das höchste Bier der Welt, genannt Potosina, wie eingangs erwähnt, ließen wir uns dennoch nicht entgehen! Schließlich stand weitere Akklimatisierung auf dem Plan 😉

Zu unserem Glück fand auf dem Weg zur Kneipe noch eine Parade zur Ehrung des Marktes statt, wo wir live miterleben konnten wie Bolivianer feiern – definitiv sehr LAUT!

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Die Parade zog kurz an unserem Innenhof-Übernachtungsspot vorbei, der zu einem Hostel gehörte. Da die Zimmer im Hostel nicht einladend aussahen, nächtigte Judith wieder einmal in unserem gemütlichen, aber auf dieser Höhe kalten Dachzelt. Wie auch schon in Uyuni hatte Sandra es ihr „nicht gestattet“ in dem (drücken wir es mal nett aus) unsauberen Zimmer, bestehend aus einem Holzbett und einer, wenn man es denn „Decke“ nenne kann, zu schlafen. Eine Heizung hätte es dort ohnehin nicht gegeben. Dann doch lieber mit Skiunterwäsche, Mütze und drei Decken bei uns im Bulli :-).

Hier gibt´s aber jetzt erstmal ein paar weitere Paraden-Bilder (dreckige Zimmer interessieren auch wirklich niemanden):

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Nachdem wir dann unser „Höhen-Bier“ getrunken hatten, hieß es Nachtruhe…Denn wir alle wollten am nächsten Tag so früh es ging aufbrechen. Eine der schönsten Städte Boliviens wartete auf uns…

Sucre

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Worauf wir so lange gewartet hatten wurde endlich in Sucre Realität – in der Hauptstadt Boliviens, die gleichzeitig auch zum Unesco Weltkulturerbe gehört, gab es endlich einen typischen südamerikanischen Markt. Seit Argentinien warten wir nun darauf, frische Säfte, Obst, Gemüse und sonstige Dinge zu (er-)feilschen. So kam es, dass wir täglich hier waren, immer in der Hoffnung neue Dinge zu entdecken und einen frischen Saft gab es immer:

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Wir nächtigten circa 10 Gehminuten von Sucre entfernt, bei Felicidad und Alberto, die einen kleinen Innenhof für 5-7 Autos/Small Vans haben. „Da steht der Bulli sicher und wir können auch mal wieder Feiern gehen“, haben wir uns gedacht. Denn könnt ihr euch das vorstellen? Inne Disse (= in einer Diskothek) waren wir in Südamerika bisher noch nicht – da muss erst die Judith vorbei kommen und uns zeigen, dass wir das Feiern nicht verlernt haben.

Gesagt getan: „Vorher gehen wir aber noch eine Kleinigkeit essen, ein landestypisches Gericht und trinken vor!“ So hat man das früher schließlich gemacht, das mit dem Vortrinken. Der Hauptbestandteil des Gerichts war jedenfalls ein Haufen Pommes, darüber wurden Würstchen verteilt und in einer Soße ergossen. Perfekte Grundlage bzw. Grundvoraussetzung um mit dem Nachbartisch in Kontakt zu kommen.

Anwesende: zwei französische Backpacker und zwei kolumbianische Zweitliga-Spieler (Fuppes natürlich). Beste Voraussetzung für einen unterhaltsamen Abend. Und als erstes haben wir uns einen 3-Liter Kübel leckerstes Cerveza organisiert.

Wir waren im Café Joy Ride (empfehlenswert!), welches sich ab 23 Uhr nicht nur in eine Kneipe, sondern auch Disco verwandelt. Die Musik war dabei so la la, also musste Judith erstmal das DJ-Pult übernehmen:

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Die Tanzfläche gehörte ihr ohnehin schon…denn siehe da, unser neuer kolumbianischer Freund und Judtih konnten beide, ich würde sagen „perfekt“, Salza tanzen.

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Nach ein paar weiteren Getränken, wir tauschten das Bier gegen Gin-Tonic, war uns der Laden allerdings zu klein und leer. Zu unserem Glück kannte unser Kolumbianer aber noch einen Club, in dem lediglich Einheimische verkehren und tanzten was das Zeug hält.

Wenn Südamerikaner feiern, dann richtig und es sitzt keiner auf den Stühlen. Der Club war irgendwo in einer Seitenstraße in irgendeinem Keller…in einem riesigen Keller. Das Ganze kam uns anfangs eher (Achtung Wortwitz) „spanisch“ vor, weil er den Laden nicht mehr fand. Er, also der Laden, schien einfach von der einen Hausnummer zur anderen gezogen zu sein…Wir haben es nicht weiter hinterfragt. Aufgefallen sind wir in dem Club natürlich überhaupt nicht…die Eine Blond und der Eine kann nicht Tanzen (also ich).

Und als ich dann doch gerade das Tanzbein schwingen wollte, ging um 3 Uhr plötzlich das Licht an und alle stürmten raus. Es war aber keine Razzia oder sonstiges, nein, um die Zeit geht man einfach nach Hause und hat genug getanzt. Dann rocke ich halt ein anderes Mal die Tanzfläche ;-).

Was zu Hause der Döner ist, ist in Südamerika das Pommes-mit-Ei-im-Brötchen. Schmeckt lediglich halb so gut, (glauben wir) aber um dem Kater ein Schnippchen zu schlagen hat es sich allemal bewährt. Außerdem gibt’s ja immer noch die frischen Säfte als Katerfrühstück vom Markt…

In Sucre selber waren wir insgesamt sechs Tage, Judith verließ uns allerdings schon zur Halbzeit mit dem Nachtbus Richtung La Paz.

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War also nix mehr mit feiern und die Nacht zum Tag machen…gut also das wir auf dem Stellplatz John, Jane, Sabrina, Christina und Torsten kennengelernt haben (deren Blogs verlinke ich am Ende der Seite). Gemeinsam waren wir tags-drauf in einem guten Steakrestaurant essen und plauderten über unsere unterschiedlichen Reiseerlebnisse.

Nun folgen: ein paar Impressionen aus Sucre…

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Mit Christina und Torsten sind wir zudem in den kommenden Tagen ein wenig zusammen gereist. Unser erstes gemeinsames Erlebnis war der Maragua Krater in der Nähe von Sucre.

Ob wir dort in die Fußstapfen der Dinosaurier getreten sind, dass erfahrt ihr im nächsten Teil unseres Bolivien-Abenteuers…


Vorab gibt´s wie versprochen noch die Links zu den Reiseblogs:

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sehr schöner Bericht , jeder entdeckt auf seine eigene Art und Weise diese Städte und Länder, weiterhin gute Fahrt und genug Leberwurst auf dem Brot LG aus Rio de Janeiro Anke und wolfgang

    1. Timo sagt:

      Hallo ihr Beiden, vielen Dank und liebe Grüße aus Arequipa. Hoffe ihr genießt Rio und macht die Favelatour Tour mit Carlos und Zezinho. Hat sich gelohnt…wundert euch dann nicht wenn es kurz zu Zezinho in die Wohnung geht 😉 Und geht mit den Beiden noch ins lokale Restaurant…LG, Sandra und Timo

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