Paraguay – Unverhofft kommt oft!

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Wenn wir eins auf der Reise so richtig gut gelernt haben, dann ist es spontan zu sein und einfach seine geplante Route kurzerhand zu ändern und just mal 1.000 km zu fahren, um ein Land zu bereisen, dass wir vorher so gar nicht auf dem Schirm hatten – Paraguay wir kommen! Aber bis dahin war es eine lange Fahrt…

Straßenblockaden, Moskitos und der endlose Chaco

Nach einer wirklich tränenreichen Verabschiedung von Julia und René und kurz vorm Paso de Jama nach Chile, drehten wir um und fuhren „más-o-menos“ ohne Plan Richtung Paraguay.  1000 lange Kilometer!

Vorbei an nichts und wieder nichts. Außer ab und zu mal einer Tankstelle an denen wir genächtigt haben…denn im Nichts findet man logischerweise auch Nichts. Ok, das ein oder andere Mal fuhren wir an einer Siedlung/Mission vorbei, oder fanden ein Dorf  für einen kurzen Einkaufs-Zwischenstopp, welches mehr oder weniger so aussah…hier ein wenig überschwemmt:

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Dazu muss man sagen, dass es im Chaco Gebiet, welches sich über Bolivien, Argentinien und Paraguay zieht, überwiegend regnet und es lediglich EINE Hauptstraße (die Ruta 81 und 86) gibt. Und wenn überhaupt gibt es auch nur EINE asphaltierte Straße in so einen Ort hinein (und hinaus). Die Nebenstraßen sind dann eben Schlamm und Piste.

Durch den vielen Regen und die eher subtropisch anmutende Gegend kommt es außerdem dazu, dass sich sämtliche Tiere, darunter Moskitos, Sandflys und richtig fette Käfer, sehr wohl fühlen. Das dass dann keinen Spaß macht, wenn man den Bulli in der sengenden Hitze geschlossen halten muss, könnt ihr euch sicherlich denken. Dazu kam noch die erste heftige Magenverstimmung, ganz romantisch an der Tankstellentoillette.

Aber gut, dann kam nach viel Fahrerei, insgesamt drei Übernachtungsstops an einer Tankstelle, einer Straßenblockade die uns bis 18 Uhr daran hinderte weiterzufahren

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und sämtlichen Moskitostichen (bei mir) der lang ersehnte Grenzübergang zu Paraguay! Wir wussten, von da an „sind es jetzt nur noch ein paar wenige Kilometer“ zu Renés und Marions Wohnmobilstellplatz.

Hasta la Pasta – und der Ort San Bernadino

Dank der Empfehlung von Silvia und Beat, die wir auf dem Municipal in Salta (der mit dem riesen Pool) kennengelernt haben und uns von DEM einen Ort in Paraguay vorgeschwärmt haben, sind wir bei Hasta la Pasta gestrandet. Gestrandet beschreibt es tatsächlich ganz gut, denn aus ein paar Tagen, die wir uns dort von der langen Fahrt erholen wollten, wurden ratzfatz drei ganze Wochen. Ja reisen kann halt manchmal anstrengend sein 😉

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Warum wir drei Wochen an einem Ort geblieben sind? Ganz einfach, René und Marion haben für uns „Overlander“ (=Reisende mit eigenem Fahrzeug) ein kleines Erholungsparadies geschaffen! In den drei Wochen haben wir ordentlich relaxt, im Pool geplanscht, René beim Nudeln machen unterstützt

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und uns das ein oder andere Mal von Marion lecker bekochen lassen – mein Highlight ganz klar das selbstgemachte Cordon Bleu und die Roulade, die mich sehr an die von meiner Omi erinnert hat.

Daneben hatten wir noch nette Gesellschaft von anderen Reisenden, mit denen wir uns über die Route austauschen konnten. Wobei austauschen ist hier nicht ganz richtig, denn die meisten sind schon so zwischen drei und acht Jahren unterwegs, daher haben wir die Tipps vielmehr dankend entgegengenommen! Sowieso kann man bei den ganzen Overlandern mit ihren MANs schnell auf dumme Gedanken kommen. Unser Plan fürs Alter steht jetzt jedenfalls… 😉

 

Und so sah es aus, unser kleines Overlander-Paradies:

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Abends wurde dann auch mal gerne am Feuer relaxed, nachdem zuvor gegrillt wurde. An diesem Abend wurde sogar ein 60. Geburtstag mit einer Gesangseinlage gefeiert:

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Man kennt sich

Unser Highlight in den drei Wochen war der samstägliche Marktbesuch in San Bernadino. Denn… TROMMELWIRBEL…hier gab es DEUTSCHE und SCHWEIZER Produkte wie Käse:

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richtiges Vollkornbrot (nicht nur „Pan Integral“):

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lecker Käsekuchen:

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Thüringer Rostbratwürstchen und göttliche frische Leberwurst. Da kann man schonmal durchdrehn!

Also ein kleines Paradies für uns, denn nach nun mehr als sechs Monaten vermisst man doch das ein oder andere heimische Produkt. Am zweiten Samstag wurden wir dann wie selbstverständlich vom Wurstmann mit Handschlag begrüßt – man kennt sich halt!

Mein Mann – der Automechaniker

Ihr habt es vielleicht schon auf Facebook und Co gesehen, wir haben uns nicht nur erholt, sondern auch die Heizung des Bullis repariert. Im Zeugnis würde jetzt stehen: „Timo entwickelte sich binnen kurzerhand zum professionellem Automechaniker und hat das komplette Armaturenbrett des VW T3 ordentlich und akkurat zerlegt.“

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Obwohl die Heizung zuvor während der Fahrt ordentlich Kühlwasser geleckt hatte, wurde uns von der Werkstatt mitgeteilt, dass sie gar nicht undicht sei…naja also wurde wieder alles eingebaut. Ein Gutes hatte es zumindest, denn ihr könnt euch nicht vorstellen wie staubig es dort drunter war! (Leider leckt die Heizung aktuell wieder ein wenig, mal schauen wie sich das entwickelt…)

Bye Bye kleines Paradies

Was nun? Drei Wochen sind vorbei und unsere geplante Weiterfahrt Richtung paraguayischem Chaco und die Weiterreise von dort nach Bolivien viel sprichwörtlich ins Wasser. Die Wettervorhersage stand auf viel Regen und da es im Chaco-Gebiet kaum befestigte Straßen, dafür aber viel Matsch und Schlamm bei Regen gibt, beschlossen wir kurzerhand wieder die gekommenen 1.000 km Richtung Argentinien (und somit weiter über den Paso de Jama nach Chile) zurückzufahren. Diesmal wussten wir ja schon worauf wir uns einließen und zogen die Strecke mit nur einer Übernachtung durch, inkl. einem Drogenscan beim Grenzübertritt von Paraguay zu Argentinien:

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YO! Purmamarca – was geht?

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Völlig erschöpft, aber froh darüber die Strecke hinter uns zu haben, kamen wir nach 780 durchgefahrenen Kilometern in Purmamarca an. Nach zwei entspannten Nächten und einer kleinen Wanderung rund um die farbigen Berge, für die die Stadt bekannt ist,

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ging`s weiter immer Richtung Paso de Jama mit dem Ziel San Pedro de Atacama in Chile – unsere zweite Andenüberquerung und das erste Mal auf 4.800 m Höhe.

Wie wir und der Bulli die Höhe vertragen haben? Das erfahrt Ihr im kommenden Blogbeitrag!

Was wir in Paraguay gelernt haben:

  • Kühe, Ziegen, Pferde und Esel waren uns schon bekannt, dass sie direkt am Straßenrand weiden und ab und zu die Straße blockieren. Auf dem Weg nach Paraguay kamen nun auch Schweine und Hühner hinzu.
  • Die Insektenwelt ist Richtung Norden immer größer geworden. Unser Highlight in Paraguay: Vogelspinnen und Schlangen die sich im Feuerholz verstecken! Letztere sind uns zum Glück nicht persönlich begegnet.
  • Sehr interessant für uns: An roten Ampeln muss man nicht zwingend anhalten, wenn man mit dem Roller/Motorrad unterwegs ist. Die Einheimischen sind tatsächlich davon überzeugt, dass dies nur für Autofahrer gilt. ABER auch nur wenn diese geradeaus fahren, rechts abbiegen geht immer über rot! Fakt ist auch: Führerscheine kann man sich tatsächlich kaufen…
  • Nach einem Ölwechsel muss man ein Foto zusammen mit dem Mechaniker machen

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