Wandern am Fitzroy – El Chaltén

fitzroypanorama

Was der Torres del Paine in Chile ist, ist der Fitzroy in Argentinien. Mit dem alles entscheidenden Unterschied: der Fitzroy Nationalpark kostet keinen Pfenning (=Cent, für alle unter 30)! Weder die Campsites im Trailgelände, noch Eintritt muss man bezahlen, um den Berg zu sehen, dessen Silhouette auf dem Logo der Bekleidungsmarke Patagonia abgebildet ist…

Sendero Cerro Fitzroy – Länge: 10,4 km, Dauer: 7 h

Von El Chaltén aus kann man alle Wanderungen, darunter drei insgesamt ca. 20 km Trails (hin und zurück), jeweils an einem Tag schaffen. Ach ja, habe ich erwähnt das wir dazu jeweils auf den Parkplätzen nächtigen konnten, von wo aus die Wanderungen gestartet sind? Das Ganze für lau! Öffentliche Toiletten gab es obendrein noch in den beiden Informationscentren, die einen zudem mit Wind- (was später noch mal spannend wird) und Wetterinformationen versorgt haben.

Das ist El Chaltén vom Mirrador Condor betrachtet:

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Ja, wir waren mehr als begeistert von dem kleinen 1500 Einwohnerdorf  El Chaltén, welches erst 1985 gegründet wurde und überwiegend aus Hosteln und Campingplätzen besteht. Darunter der etwas abgelegenere Camping Bonanza, an dem wir nach ein paar Tagen und diversen Wanderungen zwei entspannte Nächte, darunter eine mit Ali und Malte bei Poker und Wein, verbracht haben.

Ali und Malte aus Hamburg (hier ihr Blog: dulliexploring) haben wir am Anfang unserer Reise „kennengelernt“, indem Malte einen unserer älteren Blogbeiträge kommentiert hatte. Als wir dann irgendwann im Nirgendwo einen Landrover mit deutschem Kennzeichen gesehen haben, und in ähnlich perfektem spanisch-deutsch wie dem unseren an einer Rezeption die Frage nach einem Stellplatz hörten, wussten wir, das sind die beiden. Ein paar Biere später (eigentlich auch schon beim ersten „Hallo“ sagen), wussten wir das wir uns nicht das letzte Mal getroffen haben. (Vor Kurzem waren wir übrigens noch gemeinsam auf der Carretera Austral unterwegs).

Hier seht ihr die Beiden beim Mate trinken mit Nacho (2. von Links) auf dem Camping Las Torres del Simpson:

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Doch zurück zum Nationalpark Fitzroy. Das ist übrigens der Berg (noch von Weitem),

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den wir auf der ersten Wanderung bei perfektem Sonnenschein sogar noch öfter zu Gesicht bekamen (und nicht erst am Ende, wie z.B. den Cerro Torre im Torres del Paine Nationalpark).

Die Tageswanderung zum Cerro (= Berg, falls ihr das aus früherer Spanischstunde nicht mehr wisst 😉 ), Fitzroy ging 10,4 km, einfache Strecke (!), an vielen schönen Aussichtspunkten vorbei. Darunter dieser wunderschönen Lagune, wo wir auf dem Rückweg nochmal eine längere Pause gemacht haben:

Sowie diversen, nennen wir sie mal, „Fotopunkten“:

Und letztendlich noch knapp 1 km Bergauf, diesmal ohne Busladungen von Menschen, zu dieser fabelhaften Aussicht:

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Ok, ein paar andere waren auch dort:

Kurzwanderung zum Mirador Condor

Da das Wetter an diesem Tag nicht ganz mitgespielt hat, und wir ursprünglich eine längere Wanderung geplant hatten, ging es diesmal „nur“ zum so genannten Mirador Condor – einem kleinen Berg direkt am Eingang der Stadt und neben dem Besucherzentrum. Die Aussicht sollte sich dennoch lohnen, da wir nicht nur die andere Seite der Stadt sehen konnten

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sondern auch El Chaltén von oben. Und auf dem Rückweg durften wir sogar nochmal den Cerro Fitzroy bestaunen, et voilá:

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Den Gletscher musste ich nochmal näher ran zoomen…irgendwie faszinierend diese Dinger 😉

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Wanderung zum Lago Torre – im Auge des Wirbelsturms

Eine Wanderung haben wir noch und die hatte es in sich, denn Windstärke 9 bis 10 war angesagt! Und was ihr in der Überschrift lest, haben wir tatsächlich erlebt. Eigentlich sollte die Wanderung entspannt durch ein Tal gehen, vorbei an ein paar Bäumen, durch einen Wald und entlang eines kleinen Baches. Eigentlich! Denn wie gesagt, es herrschte Windstärke 9 bis 10. Aus dem kleinen Bach wurde ein reißender Fluss, die Bäume wehten wie verrückt von links nach rechts und in dem Tal erwischte uns ein kleiner Wirbelsturm! Und spätestens dort wussten wir, wo der Spruch Die Ruhe vor dem Sturm herkommt. Denn genau diese herrschte als wir durch den ersten kleinen Waldabschnitt gingen und ein kleines Tal erreichten. Sandra fragte lediglich noch was das für Äste seien die oben in den Baumwipfeln umher flogen. Eine Minute später wussten wir es, ein kleiner heftiger Wirbelsturm, der genau auf uns zu kam und zum Glück (ungelogen) einen Meter neben uns hindurchrauschte. Wir, eingestaubt und voller Adrenalin, haben uns nachdem wir aus der hockenden Position wieder aufgestanden sind, dann ernsthaft gefragt ob wir weiter gehen sollten…sind wir natürlich, denn wir wollten ja die Laguna Torre mit dem dahinter liegenden Cerro Torre sehen – ja, diesmal von der anderen Seite – denn soweit liegen die beiden Nationalparks Torres del Paine und El Chaltén gar nicht auseinander.

9 km ging der Trail und leider wurde das Wetter nicht besser. Es regnete zeitweise und wir waren froh, hin und wieder durch den Wald zu laufen. Hatten aber gleichzeitig auch Respekt vor dem heftigen Wind. Dem Wirbelsturm sei Dank.

Am Ende unserer Wanderung gab es dann leider keinen Cerro Torre zu sehen, es war einfach zu nebelig und zog nicht mehr auf. Dann gibt es halt „nur“ ein paar Eisbrocken in der Laguna Torre zu sehen:

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Einen Regenbogen:

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Und einen Specht, der mit lautstarkem klopfen auf sich aufmerksam machte:

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Das sieht man ja auch nicht alle Tage.

Genauso wie drei (!) T3 zur gleichen Zeit im gleichen Nationalpark in Argentinien:

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jürgen Evers sagt:

    Wieder ein Toller Bericht von euch mit schönen Fotos und viel Wind.L.G.Papa

  2. Silvia sagt:

    Aaaah. Wie cool. Freu mich immer so, wenn jemand von Orten erzählt, an denen ich auch schon war. Da gibt es beim Lesen dann immer diese „Jaaaaaa, genau!!! Daran kann ich mich auch noch erinnern“ Momente.
    Klingt sehe aufregend mit eurem Wirbelsturm. Da hatten wir ja scheinbar bestes Touristenwetter vor einem Jahr.
    Habt noch ganz viel Spaß auf eurer Reise und bloggt weiter fleißig. Das Mitlesen und -erleben macht Spaß! Lg Silvia

    1. sannyair sagt:

      Hi Silvia, vielen lieben Dank. Wir freuen uns, dass unsere Berichte gelesen werden und weitere folgen ganz sicher noch, denn wir sind ja erst am Anfang unserer Reise, wenn auch schon vier Monate um sind…😎

  3. Toll, danke für die schönen Fotos und den Bericht. Beim lesen bekommt man gleich das Fernweh und möchte sich gerade dort hin beamen. Wir wünschen Euch weiterhin viel Spass und auch Glück. LG Claudia und Thomas

    1. sannyair sagt:

      Vielen Dank! 😀

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